Aleyshia und Therek wanderten durch die Stadt, betrachteten die Auslagen der
Händler, feilschten und ließen sich den gewürzten Wein schmecken. Aber fündig
geworden waren sie noch nicht. Es waren einfach nicht die richtigen Geschenke
dabei
Als der Abend nahte und die Lichter der Stadt entzündet wurden, machten sie sich
auf den Heimweg. Sie schlenderten gerade an einer dunklen Gasse vorbei, als sie
die Stimme hörten: Heda, ihr! Ihr seht aus, als suchtet ihr nach Geschenken.
Woher willst du das wissen?, gab Therek zurück.
Der andere verbarg sich in den Schatten, nur seine Augen glitzerten. Was
solltet ihr sonst hier suchen? Kommt nur näher, dann verrate ich euch ein
Geheimnis!
Das Paar wechselte einen raschen Blick. Dann traten sie in die Gasse.
Aleyshia kniff die Augen zusammen. Zwar war ihre Sehkraft ausgezeichnet, doch
der Mann hatte die Düsternis der Gasse perfekt ausgenutzt. Außer seiner
erstaunlich runden Silhouette und den Augen war nichts zu erkennen.
Ihr solltet euer kostbares Gold nicht hier auf dem Markt verschleudern, raunte
der Mann. Kauft lieber bei mir!
Thereks Augen wurden schmal. Weshalb sollten wir dir trauen? Seine Hand
schwebte gefährlich nahe über dem Griff seines Schwertes.
Weil ihr mich seit Jahren kennt. Und ich habe euch stets nur Freude bereitet,
erwiderte der andere. Mit einem Schritt trat er aus den Schatten hervor. Er nahm
seine Mütze ab und schwenkte sie, während er sich galant verbeugte. Die weiße
Bommel schleifte leise raschelnd über den Boden.
Aleyshia schlug eine Hand überrascht vor den Mund.
Du?, murmelte Therek ungläubig.
Für die Geschenke, die ihr für eure Lieben sucht, mache ich euch einen ganz
besonderen Preis, sagte der Alte und öffnete den Sack, den er über der Schulter
trug.
Dort war einfach alles zu finden, was man sich nur wünschen konnte. Bald schon
hatten Therek und Aleyshia alle Geschenke ausgewählt.
Der Preis war lächerlich gering.
Sie bedankten sich herzlich. Der Alte lachte, wobei sein weißer Bart im
Mondlicht glänzte. Ich habe ein Herz für gute Leute, sagte er. Dann nickte er
ihnen noch einmal zu und verschwand in der Dunkelheit der Gasse. Nur sein rotes
Gewand leuchtete noch eine Zeitlang zwischen den Häusern auf.
Aleyshia nahm Thereks Hand und sah ihm ins Gesicht. Nun kann wirklich
Weihnachten werden, sagte sie lächelnd.
Therek nickte. Und von dem gesparten Geld, sagte er, kaufen wir morgen noch
ein paar Zutaten für das Festmahl.
Liebe Community,
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Lasst die besinnlichen Tage im Jahr beginnen!
Liebe Grüße,
Euer RegnumOnline-Team
