Beiträge von Weed

    is ja kein ding, für dich log ich doch gerne mal ne halbe stunde ein.. und nen drachen set mit waffen hab ich noch, einfach nicht mehr gesockelt


    werd wohl weiterhin hier reingucken, alleine schon wegen der Geschichte, kannst mich ja anschreiben wenn du mal bock hast :D

    Die Nacht verging, der Morgen graute und die ersten Strahlen der Sonne krochen über den Horizont, kündeten vom Beginn des neuen Tages. Harry wachte über den sonderbaren Mann, der neben ihm schlief und immer wieder ein Jammern und Stöhnen von sich gab, ohne das Bewusstsein wieder zu erlangen. In den kalten und stillen Stunden in der Dunkelheit der Nacht überlegte sich der Ritter sein weiteres Vorgehen. Jegliche Ideen und Pläne verwarf Harry aber so gleich wieder, da sie einfach nicht durchführbar waren. Erst nach und nach wuchs eine Idee, die ihm auf den ersten Blick zu gewagt vorkam, doch sie wuchs weiter zu einem Plan. Lange betrachtete er den Barden, versuchte sich zu erinnern an die Lieder und Kunststücke, die er als Kind oder später als Rekrut beim Ritterorden gelernt hatte. Beim Spielen in den Gassen von Altaruck, beim Gelage in der Taverne mit seinen Freunden oder an den festlichen Banketten bei Daracan in der Halle. Langsam lichtet sich der Nebel um die Bilder der Vergangenheit. Lautlos richtete sich der Ritter auf, lauschte einige Augenblicke den schwachen, aber regelmässigen Atemzügen des tödlich Verletzten. Neugierig sucht er in den Sachen des Barden nach dessen Instrumenten und förderte schlussendlich eine kleine Leier und eine Laute zu Tage. Sachte legte er die Leier zurück in ihren Beutel und zupfte an den Saiten der Laute herum. Nach anfänglichen Schwierigkeiten, flogen seine Fingerspitzen über die aus tierischem Darm gefertigten Saiten. Einige Misstöne mischten sich noch unter die Lieder, doch der Fluss der Musik war da. Ein lautes Stöhnen liess ihn innehalten, rasch legte sich die Hand auf den Bauch des Instrument und die Töne verstummten augenblicklich. Harry legte die Laute neben sich auf den am Boden liegenden Lederbeutel und kniete sich neben dem Verletzten hin. Dieser schlug die Augen auf und versuchte zu lächeln, langsam hob er einen Arm und deutete dem Iggen sich seinem Gesicht zu nähern.
    ''Ich kann nicht mehr laut reden, ihr müsst mir genau zuhören. Ihr spielt gut, eine Weile lang konnte ich euch nun lauschen, aber dies hab ich euch auch schon in der Taverne in Altaruck gesagt''
    Ein heftiger Hustenanfall unterbrach den Barden, sein Gesicht verzog sich vor Schmerzen. Harry erhob sich kurz, fragte sich ob es nur ein Fiebertraum des Verletzen war oder er ihn wirklich kannte und flösste ihm mit einen hölzernen Becher, den unter den fremden Sachen gefunden hatte, den schmerzstillenden Tee ein. Nach wenigen Augenblicken weiteten sich die Pupillen des Barden und sein Atem wurde ruhiger. Er deute Harry sich wieder zu nähern und fuhr fort.
    ''Ich sehe es an eurem fragenden Gesichtsausdruck, ich erkenne euch Harry, auch wenn es nun schon eine ganze Weile her ist. Ich stamme von der Insel in Mitten des Sees. Meine Familie wacht seid Generationen über die Statuen der Helden, doch nur der älteste kann der Wächter werden, vererbt vom Vater. Nun ich bin der jüngste der Familie und musste einsehen, dass auf der Insel kein Platz für mich war. Ich zog aus, lernte die verschiedensten Instrumente spielen, Lieder aus allen Ecken der Herren Länder und Kunststücken, die so manche Dame in Verzücken versetzte. Ich wanderte von Fisgael über Birka und Altaruck. Eben dort hab ich eine Zeitlang verweilt, die Geschichte der Wüste studiert und euch in der Taverne zum gehäuteten Mann kennen gelernt. Ihr wart noch ein blutjunger Rekrut, konntet aber schon feiern und festen wie ein Veteran. Wir haben zusammen gesungen und gesoffen, manch eine Nacht um die Ohren geschlagen und die Gassen von Altaruck unsicher gemacht.''
    Ein erneuter Hustenanfall stoppte seine Erzählung und Harry fiel es wie Schuppen von den Augen. Sein Haar war länger und noch heller damals, doch das Muttermal auf dem Kinn hätte ihm eigentlich schon früher auffallen sollen.
    ''Ich hab nicht mehr lange zu Leben, ich spüre wie meine Flamme zu erlöschen droht. Was treibt euch hinter die Mauern von Alsius? Sagt es nicht, mir bleibt nicht mehr viel Zeit und das Wissen bringt mir nichts mehr. Es wurde mir zugetragen, dass die Zwerge einen grossen Sieg über die Bewohner der Wüste errungen haben und ein grosses Fest veranstalten wollen. Da hab ich meine Leier und Laute eingepackt und hätte gerne ein wenig an eben dieser Feier meine Lieder vortragen. Die Zwerge lauschen gerne Sagen und Balladen bei ihren Feiern, heldenhafte und auch traurige. Doch dieser Bär hatte etwas dagegen oder das Schicksal meint es mit euch besser als mit mir, mein lieber Harry. Meine Zeit ist gekommen, das Sprechen fällt mir schwerer. Nehmt meine Sachen, sofern ihr sie brauchen könnt, doch eine Bitte hab ich noch, spielt noch die eine oder andere Ballade. Es soll das Letzte sein was ich höre...''
    Ohne etwas zu antworten nimmt Harry die Laute wieder auf, zupfte an den Saiten herum bis ihm eine passende Ballade in den Sinn kam. Nur der Rabe und der Wolf begleiteten den Barden in das Jenseits, die Augen geschlossen lauschte er der Ballade. Als Harry geendet hatte, lag er still und stumm da auf dem mit Blätter bedecken Waldboden. Sein Lebenslicht war erloschen, der letzte Atem hatte die Lungen verlassen und doch zeigte sich auf seinem erstarrten Gesicht ein Lächeln.