Beiträge von Weed

    Langsam versank die Sonne hinter den dichten Baumwipfeln, leise knirschte der Schnee unter den Schritten von Harry. Den wärmenden Sonnenstrahlen beraubt, kühlte die Luft rasch ab und die tagsüber schon frostigen Temperaturen wechselten ganz hinüber ins eisige. Der Ritter zieht sich das Fell, welches er von Sansa Schattenwolf bekommen hatte, enger um die Schultern und ein Kälteschauer lief ihm über den Rücken. In Gedanken hing er den Worten der Alsin nach, das Duell war kein eigentliches im Sinne eines Kampfes auf Leben und Tod. Harry wollte Sansa nicht verletzen, ebenso umgekehrt. Mehr ein Tanz mit Waffen, im Kreis umher vor ihrer Hütte, Finten und Tricks hier und da. Anmutig tänzelte sie um den roten Ritter, ihren Speer locker in der Hand, immer wieder suchte die Spitze den Weg zwischen seine Füsse. Doch geschickt wich Harry den Versuchen aus, probierte seinerseits mit raschen Attacken, ihre Waffe oder Schild abzunehmen. Nach einigen Schlägen mit der stumpfen Waffe hörte der Igge das Knacken, welches er erwartet hatte. Eine letzte Täuschung, ein letzter Hieb und der hölzerne Griff des Schild brach hörbar. Wie in Zeitlupe rutschte dieser an seinem Lederband von der Schulter der überraschten Alsin. Lächelnd entwaffnete der Ritter die unterlegene Sansa und streckt ihr lachend die Hand hin. Mit ernstem Gesichtsausdruck und vorgestreckter Waffe verbeugt er sich vor seiner eigentlichen Feindin, die ihm anschliessend mit einigem Zögern und Zähneknirschen erzählte, was sie von der Kriegsbeute wusste, wo sie hingebracht wurde und was mit ihr geschehen würde. Drei Tage waren eine kurze Zeit die ihm noch verbleiben würden, bis die Verteilung und das anschliessende Festbankett stattfindet. Knackende Äste, lautes Getrampel und das Schreien eines Menschen hievten ihn zurück in die Gegenwart und abrupt blieb der Ritter stehen und lauschte in das dichte Unterholz zwischen den eng bei einander stehenden Tannen. Wieder hörte der den beinah schon nicht mehr menschlich klingende Ton und eilte ohne zu überlegen in die Richtung aus der die Schreie kamen. Einige Augenblicke und zerkratze Arme später durchbrach er ein Gebüsch und fand sich auf einer kleinen Lichtung wieder. Gegenüber, den Rücken zugewandt, stand ein riesiger Bär. Ein Lidschlag lang stockte Harry, warf sich aber sogleich nach vorne, zog im rennen Sansas Geschenk, den Kriegshammer und stürmte schreiend auf den Bären zu. Langsam drehte sich das Ungetüm zu ihm um und er erblickte Tatzen, die nur so von Blut trieften. Zornig brüllte der Bär zurück und wankte auf zwei Beinen auf den Krieger zu. Im letzten Moment wich Harry dem sich nach vorne fallenlassenden Bären und schlug ihm mit aller Kraft den Hammer in den Nacken. Ein lautes Knirschen erklang und wurde von den Bäumen wiedergegeben. Lautlos fällt der riesige Körper zu Boden, ohne ein weiter Zucken oder Zittern. Er achtete nicht mehr auf das Tier, seinen Blick zog die rote Spur im Gras auf sich. Sitzend an den Baum gelehnt, der Körper aufs Grauenvollste zu gerichtet, die Bauchdecke aufgerissen und doch vernahm Harry schwach die Stimme.
    ''M..uss nach. Bi..rka.. F... es..t, M.. usik... i..ch.. b..in Bar..de..''
    Bevor der Iggen etwas antworten kann, fällt der sonderbare Mann in Ohnmacht. Da die Nacht schon beinah angebrochen war, sammelte Harry kurzer Hand ein wenig Holz zusammen und machte Feuer. Unter den Sachen des Barden fand er einen Helm, den er mit Schnee füllte und verkehrt rum über das Feuer hing. In seiner Tasche fand der Ritter das Tuch, welches Sansa ihm mit einigen Heilkräutern für ihn selbst, mitgegeben hatte. Er warf sie in das kochende Wasser und legte etwas Holz nach. Sansa hatte ihm erzählt, dass die Kräuter als Tee getrunken eine schmerzstillende Wirkung haben. Ein Blick zur Seite genügte, um zu wissen, dass für den armen Tropf jegliche Hilfe zu spät kommt. Der Igge liess ihn schlafen, wachte über ihn in seinen letzten Stunden, um ihm bei Bedarf den Tee zu geben und seine Schmerzen zu lindern.