Unter Feinden

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  • So ich hab die Geschichte mal im G*****-Forum mal angefangen
    im alten Flo-Forum paar Abschnitte geschrieben
    und werde sie nun hier weiterführen


    da der zweite Autor, der gewisse Teile der bisherigen Geschichte mitverfasst hat,
    nicht mehr wird mitschreiben, seh ich mich gezwungen die bisherigen Texte zu überarbeiten
    und werde sie deshalb in Kürze nochmals posten. Ich danke an dieser Stelle
    mal für seine Beiträge und hoffe mal, dass ihr trotzdem weiter
    lesen werdet. Der letzte Abschnitt dürfte dann auch für die neu sein,
    die die Geschichte schon kennen.


    Ab XXVII. Teil neue Fortsetzung


    Wenn ihr Anmerkungen, Anregungen, Verbesserungvorschläge oder Kritik habt,
    schreibt mir doch ne Pn, ich bitte euch nicht sinnlos zu spamen


    Weed




    Was ist Gerechtigkeit? Ein Traum für Kinder und Narren
    Der Krieger weiss, dass das Blut von Unschuldigen an jedem Schwert klebt.
    Der Dichter weiss, dass die Treue nur in seinen Liedern siegt.
    Der Gelehrte weiss, dass die Wahrheit der Lüge dient.
    Der Herrscher weiss, dass die Satten sich an den Hungrigen mästen.
    Ja, Gerechtigkeit ist ein Traum für Kinder und Narren.
    Doch sagt mir: Wo wären wir ohne diesen Traum?

  • Zaghaft spielt der Wind mit dem Saum seines Mantels. Sanft wirbelt der Staub hoch und verschleiert immer wieder seine Sicht. Knöchelhoch sammelt dieser sich schon auf dem Wehrgang der Mauerfestung und dämpft die Schritte auf dem Stein. Verträumt blickt der Ritter in Richtung Norden, sich bewusst, dass die momentane Stille nur allzu schnell vergehen wird. Leise hört er in seinem Rücken den Sand knirschen und ohne sich umzudrehen, weiss er wer hinter sich steht. Die kleine Gruppe trifft sich am Tor der Mauer, um gemeinsam den Weg nach Norden in Angriff zu nehmen.
    Seid Tagen ist klar, dass der Sturmangriff auf das alsische Reich endgültig stattfinden wird. Daracan, sein Rat und die Clanchefs hatten die letzten Stunden damit verbracht, die Marschroute, Schlachtformationen, Lagerplätze, Nachschub und so weiter, zu erstellen, organisieren und planen. Das Gröbste ist vorbereitet, die Clans sind informiert und haben ihre Aufgaben bekommen. In Gedanken hört der Ritter immer und immer wieder die Ansprache von Storm Runner.
    ’’Meine lieben Freunde, die Zeit ist Reif. Die Zeit ist Nah. Bereitet euch vor auf einen Marsch nach Alsius. Die Magier des Generals sind sich vollkommen sicher, dass sie die alten Schriften verstanden haben und genauso wie das grüne und blaue Reich in der Lage wären, den Drachen zu rufen. Schärft eure Waffen, bespannt die Bögen neu, poliert eure Stäbe, füllt eure Köcher auf. Wir werden mit dem Blut der Alsen ihr Schnee rot färben. Der Schnee wird vom Blut so rot werden, dass man danach nur noch vom Blutschnee reden wird. Daracan hat einen Treffpunkt bestimmt, wir werden nicht alle zusammen durch die Gegend ziehen, sondern in einzelnen kleinen Gruppen, aber dazu am Schluss noch was. Wir werden die Ehre haben, in der Mitte der Formation, direkt vor dem Tor zu stehen. Mit der Masse an Rittern, die wir zu bieten haben, hat sich dieser Platz gerade zu aufgedrängt. Links und rechts an unserem Flügel werden die restlichen Clans sich aufstellen, mit ihren Schützen und Barbaren die Alsen von der Seite her in die Zange nehmen. Unser Auftrag ist einfach und simpel: Haltet unter allen Umständen die Mitte! Argos? Du wirst den rechten Flügel von uns decken, Harry? Du den linken. Jeder krieg ein Barbar, ein Beschi, und ein Schütze an seine Seite. Sagt mir nachher wen ihr wollt. Der Rest wird unter meiner Führung die Mitte halten. Eventuell werden von den anderen Clans noch weiterer Ritter zu uns stossen, behalte ich aber bei mir in der Mitte. Ich möchte das die beiden Flügelgruppen mit einem Tag Vorsprung los gehen und die Lage sondieren. Eine Gruppe über das Orclager nahe Aggers und den Vulkan, die andere über die Mühle und den Friedhof. Argos und Harry bitte noch kurz zu mir, der Rest kann gehen und sich vorbereiten. Bei Rha’s Igneos, wir werden Siegreich sein Freunde!!’’
    ’’Wir ziehen in die Schlacht und der Herr Ritter steht ohne Rüstung auf der Mauer’’
    Schelmisch lacht die Beschi in seinem Rücken. Langsam dreht sich Harry um und blickt seine Gefährten an. Die kleine, zierliche Beschi Monathea lacht ihm geradeaus ins Gesicht und zwinkert ihm belustigt zu. Ungestüm und manchmal bisschen leichtsinnig Rah die Gurke, ein starker und abgehärteter Barbar. Still und unscheinbar der Schütze, der ein wenig hinter den beiden steht. Odinsson, zielsicher und schnell, die perfekte Absicherung.

    Was ist Gerechtigkeit? Ein Traum für Kinder und Narren
    Der Krieger weiss, dass das Blut von Unschuldigen an jedem Schwert klebt.
    Der Dichter weiss, dass die Treue nur in seinen Liedern siegt.
    Der Gelehrte weiss, dass die Wahrheit der Lüge dient.
    Der Herrscher weiss, dass die Satten sich an den Hungrigen mästen.
    Ja, Gerechtigkeit ist ein Traum für Kinder und Narren.
    Doch sagt mir: Wo wären wir ohne diesen Traum?

  • ’’Ich weiss ja nicht wie ihr drei das so handhabt’’
    Nachdenklich blickt er die drei nacheinander an
    ’’Wir ziehen gen Norden… Die letzten zwei Nächte seid der Bekanntgabe, hab ich mich mit meinem Schmied zusammen gesetzt. Das Ergebnis dieser Nächte ist zu heiss für die Sonne hier in der Wüste. Guckt euch das Paket auf dem Rücken von Schatten unten im Hof an. Dort drin ist sie. Nur ist sie neuerdings innen und aussen mit Fell gepolstert und gefüttert. Ich habe keine Lust von Mona eine neue Haut auftragen zu lassen, nur weil mir vor Kälte das Metall des Brustpanzer angefroren ist…. Kommt, der Tag geht dem Ende zu und lasst uns die Dunkelheit der Nacht ausnützen. Wir werden noch genügend Feinde antreffen, da muss unser Weg nicht gleich am Anfang schon blutig sein…’’
    Die vier Gefährten überprüfen nochmals die Gurte der Sättel, die Festigkeit der Pakete und sitzen auf. Die Wachen öffnen das Tor und schweigend reiten sie hinaus in die Abenddämmerung. Kurz vor Sonnenaufgang, Odinsson schläft bereits, nach dem er Harry für die Wache geweckt hat und sich selber an den vorgewärmten Platz legte. Nur die Sterne erhellen das Firmament, der Neumond steht im Dunkeln und versteckt sein Antlitz. Ereignislos verliefen die ersten drei Tage der Reise, Odinsson versorgt sie mit frischem Fleisch, damit sie die Vorräte noch nicht brauchten. Keinerlei Feindkontakt auf dem Weg zu ihrem jetzigen Lagerort. Morgen Abend müssten sie eigentlich die Mauer erreicht haben und können Kontakt mit der Gruppe von Argos aufnehmen. Somit wird es auch vorbei sein mit der Ruhe und dem Frieden. Leise erhebt sich Harry vom Lagerfeuer hoch und geht zu seinem Paket neben dem schlafenden Wolf. Einen Augenblick lang betrachtet er die Gesichter der Schlafenden und löst die Seile. Beinahe lautlos breitet er seine Rüstung im Schein des Feuers aus. Aussen das weisse Fell der Yetis und der Wölfe, innen braunes und schwarzes Fell von den Katzen der Prärie. Vorsichtig fährt der Ritter mit der Hand darüber.
    ’Schade… eigentlich wirklich Schade mit einer solchen Handwerkskunst in den Krieg zu ziehen’
    Die Gedanken zur Seite schiebend, schnallt er sich den Brustpanzer um, befestigt die Beinschütze, arretiert den Schulterpanzer an der Brustplatte und stülpt zu guter Letzt die Handschuhe über. Wohlige Wärme verbreitet sich auf seiner Haut, als die in Berührung mit dem Fell kommt. Den Helm, selbstverständlich auch gefüttert, hängt er an den Sattelknauf, genauso wie der Schild. Seine Waffe steckt noch immer so im Boden neben dem Wolf, wie am Abend zu vor.

    Was ist Gerechtigkeit? Ein Traum für Kinder und Narren
    Der Krieger weiss, dass das Blut von Unschuldigen an jedem Schwert klebt.
    Der Dichter weiss, dass die Treue nur in seinen Liedern siegt.
    Der Gelehrte weiss, dass die Wahrheit der Lüge dient.
    Der Herrscher weiss, dass die Satten sich an den Hungrigen mästen.
    Ja, Gerechtigkeit ist ein Traum für Kinder und Narren.
    Doch sagt mir: Wo wären wir ohne diesen Traum?

  • Im Osten lichtet sich die Dunkelheit langsam und erste graue Schleier künden vom Beginn des Tages und Harry will gerade seine Kameraden wecken, als ihn ein Geräusch aufschrecken lässt. Mit konzentrierten Sinnen richtet er sich langsam wieder auf und geht zu seinem Wolf hinüber. Mit einem Handzeichen deutet er ihm still zu liegen, denn der Wolf war zum Sprung bereit. Eben noch geschlafen, sind die Sinne dieses Tieres natürlicher Weise um das mehrfache schärfer als beim Menschen selbst während des Schlafes. Die Hand schliesst sich um den Schaft seines Speers, das wundervolle Material fängt an zu pulsieren, von selbst schmiegt es sich an bis es perfekt sitzt. Die Waffe locker an der rechten Seite, geht Harry vorsichtig in die Richtung des Geräusches. Drei vier Meter bevor der Ritter das Gebüsch erreicht, erklingt ein fremdartiger Schrei, eine Ziege und zwei Zwerge stürmen mit erhobenen Keulen und Äxten den Platz. Innerlich ein wenig überrumpelt, nehmen die Instinkte die Kontrolle des Körpers in ihre Hände. Wie von Geisterhand schnellt der rechte Arm nach oben, der Schaft gleitet durch die Hand und die Spitze trifft auf Widerstand, aber nur kurz. Die grosse zweibeinige Ziege kann nicht mehr ausweichen und rennt im vollen Lauf in die Spitze. Augenblicklich erstirbt sein Gebrüll und wechselt in ein blubberndes Röcheln. Die wenigen Augenblicke reichen, damit der Ritter sich wieder fassen kann und gewollt reagieren. Die Speerspitze steckt immer noch in der Kehle der Ziege, die röchelnd und Blut spuckend zu Boden sinken droht. Nach und nach spürt Harry das volle Gewicht des Alsen und zieht den Speer ruckartig zurück. Der mächtige Körper ist noch nicht einmal am Boden, während sich der Ritter dem nächsten Gegner zuwendet. Einer der Zwerge, mit weissem Bart und mächtiger Axt über dem Kopf ist schon bedrohlich nahe an Mona. Der Zweite hat sein Augenmerk auf Harry gerichtet und will ihm mit der Keule an den Kragen. Mit einem Sprung zur Seite rettet sich Harry, wirbelt herum und rammt dem Zwerg den Speer in die Seite. Mit Schmerzerfülltem Gesicht stürzt dieser zu Boden und schreit vor Qualen. Der zweite Zwerg hat in der Zwischenzeit Mona erreicht und will die mittlerweile Erwachte, aber verwirrt Umherblickende erschlagen. Im selben Moment wie der von Harry geworfene Speer in Rücken des Zwergs einschlägt, durchbohrt ein Pfeil sein Hals und eine Axt spaltet seinen Kopf. Verwundert blickt Harry weiter nach vorne und nach links. Odinsson und Rah waren erwacht, hatten die Situation realisiert und dementsprechend gehandelt. Ihre Blicke treffen sich und alle drei lachen laut los.
    ’’Der Zwerg wurde so eben drei mal vom Sandstrum erwischt, ruhe seine arme Seele’’
    spricht Odin schmunzelnd aus, was alle denken. Harry geht bei Mona in die Hocke und erkundigt sich bei ihr um ihr Wohlbefinden. Ausser dem Schreck und noch Schlaf in den Augen geht es der Beschwörerin ganz gut. Rah hat inzwischen die Leichen des Weissbart und der Ziege entsorgt, sprich über die nahen Klippen geworfen und will sich soeben den zweiten Zwerg auf die Schulter laden
    ’’Harry!!! Harry!!!! Das Stück Dreck hier lebt noch’’
    Tatsächlich, der Speer hat die Seite aufgerissen, die Organe verletzt und der Blutverlust muss hoch sein, der Lache am Boden nach. Und doch, der Zwerg atmet noch. Man sieht die grausamen Schmerzen in seinen Augen und doch scheint sein Wille ungebrochen.
    ’’Willst du ihn befragen? Solch ich es aus ihm herauskitzeln?’’
    Ein gefährlicher Ausdruck breitet sich in Rah’s Augen aus, der Berserker will in ihm erwachen, den Blutdurst stillen, die Wildheit und ihr Drang zu Töten, er ist halt auch nur ein Barbar wie alle anderen.
    ’’Was will uns der Gnom sagen, was wir nicht wissen? Seht ihn euch an… Er trägt Lumpen und verrostete, schartige Waffen. Meint ihr, er gehört zu den engsten Freunden des alsischen Generals? Nun gut, wer Ziegen als Freunde hat…’’
    Mona und Odinsson lächeln vor sich hin und stimmen Harry bei
    ’’Mach es kurz Rah, gib ihm den Rest und wirf ihn zu den anderen Beiden’’
    Eine angedeutete Verbeugung zu dem Ritter hin, dreht sich auf dem Absatz um und kniet sich beim Alsen nieder. Kaum sichtbar für das Auge zieht er seinen Dolch und sticht ihn in das Herz des Zwerges.
    ’’Rüstet euch, wir reiten weiter zur Mauer… Ich hoffe wir treffen bald auf Argos und Storm’’

    Was ist Gerechtigkeit? Ein Traum für Kinder und Narren
    Der Krieger weiss, dass das Blut von Unschuldigen an jedem Schwert klebt.
    Der Dichter weiss, dass die Treue nur in seinen Liedern siegt.
    Der Gelehrte weiss, dass die Wahrheit der Lüge dient.
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    Doch sagt mir: Wo wären wir ohne diesen Traum?

  • Wie es sich herausstellte, hatte keine der Gruppen nennenswerte Zwischenfälle zu beklagen, kleiner Scharmützel mit umherstreifenden Banden von Vagabunden und Vogelfreien, denen keine Seele eine Träne nachweinen wird. Das ignesische Heer hat sich um die alsische Mauerfestung versammelt, die vorbestimmten Positionen eingenommen und warten gespannt auf Daracan und seine Garde. Die Mauer aus Rittern teilt sich und bildet eine Gasse. Vorweg schreitet der General aus Ignis mit seinen Magiern und Wachgarde. Vor dem Tor bilden die Krieger eine Phalanx aus Speerspitzen und Schildern. In ihrer Mitte stehen die fünf Magier an den Ecken eines in den Schnee gezeichneten Sterns und rufen in einer Sprache, die schon lange nicht mehr gesprochen wurde, ein Missklang erklingt in den Ohren der Wüstenbewohner. Ihr Gesang wird immer schneller und schneller, bis schlussendliche eine rote Stichflamme aus dem Schnee gen Himmel davon schiesst und sich wie ein Pilz über ihren Köpfen ausbreitet. Ein markerschütternder Schrei fährt allen in die Glieder und in dem Pilz über ihren Häuptern bildet sich ein Riss. Gewaltige Fänge mit riesigen Krallen reissen den Spalt weiter auf, Stichflammen züngeln daraus und der Kopf einer gigantischen roten Echse drückt sich durch. Die ganze Situation dauerte nicht länger als weniger Augenzwinkern und doch scheint es Harry wie eine Ewigkeit. Der Boden erbebt als der Drache vor dem Tor landet und die gegnerischen Wachen niedermäht, wie eine Sense den Weizen. Daracan und sein Gefolge sind inzwischen wieder hinter den Reihen in Sicherheit verschwunden, der niedere Adel, die Hauptmänner und die Bauern sollen ihr Blut vergiessen für das Reich. Wie eine Brandung aus Metall wälzen sich die Iggen auf die Festung zu ohne auf grossen Widerstand zu treffen, der rechte und der linke Flügel stossen seitlich auf das Tor vor, die Ritter unter Storms Führung bilden den Abschluss. In der Festung bildet sich der erste Versuch der Alsen, den Feind zurück zu drängen, doch er scheitert kläglich. Zu wenige Zwergen und Ziegenkrieger stellen sich dem Wüstenvolk in den Weg und versuchen sie aufzuhalten.
    Harry ist ganz auf der linken Seite der Ritterfront, neben sich Rah, der kaum noch zu halten ist. Mona steht dicht hinter ihnen, zusammen mit Odinsson. Endlich kommt der Meldeläufer von der Mitte her.
    ’’Langsam vorrücken, Linie halten, weiter Befehle abwarten’’
    Mit der Hand gibt er den Befehl und nach und nach dringen sie in die Festung ein. Die wenigen Feinde werden einfach überrannt und von den Nachfolgenden getötet. Mit Schrecken stellt Harry fest, dass sich der komplette linke Flügel in Auflösung befindet. Angespornt durch die wenigen Gegner, will sich jeder Beweisen und an vorderster Front seinen Mut beweisen.
    ’’Harry oben auf der Zinne, alles voller Bogenschützen!!!’’

    Was ist Gerechtigkeit? Ein Traum für Kinder und Narren
    Der Krieger weiss, dass das Blut von Unschuldigen an jedem Schwert klebt.
    Der Dichter weiss, dass die Treue nur in seinen Liedern siegt.
    Der Gelehrte weiss, dass die Wahrheit der Lüge dient.
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    Doch sagt mir: Wo wären wir ohne diesen Traum?

  • Kaum waren die Worte von Odinsson bei Harry angekommen, eilen seine Blicke hoch zum Wehrgang der Festung. Da, da, da und da, überall blitzt Metall in der Sonne auf. Sowohl der linke, wie auch der rechte Flügel steht nicht mehr in Formation, alle rennen sie wie von der Tarantel gestochen zum inneren Tor, den wenigen Alsen nach, die sich in den Weg stellen. Mittlerweile klafft ein riesiges Loch zwischen der Mitte und den beiden ’’Flügeln’’, eher sind es jetzt zwei Schlachtreihen hintereinander. Verzweifelt schickt Harry einen Meldeläufer nach vorne, doch im selben Augenblick ertönen unzählige Hörner. Das innere Tor schwingt auf und Horden von Barbaren und Ritter stürmen den Innenhof der Festung. Der Wehrgang ist gerammelt voll mit Bogenschützen. Der Lärm der sich nun erhebt ist Ohrenbetäubend. Mit wildem Geschrei stürzen sich die alsischen Nahkämpfer auf die kopflose Masse der Iggen. Tausende Pfeile schwirren von der Zinne hinab und lichten die Reihen unten im Hof. Verzweifelt versucht Harry mit seiner Gruppe näher zur Mitte zukommen, sich mit Storm Runner und wenn möglich auch mit Argos zu vereinen. Doch hilflos muss der Ritter mit ansehen, wie die gegnerischen Barbaren schon bei ihrer Reihe sind und Keile in die einzelnen Abteilungen treiben, die letzten Leute sprengen, nach und nach abschlachten.
    ’’In die Mitte, alle, versucht in die Mitte zu kommen!!!’’
    Harry schreit es seinen Mitstreitern zu und stösst die ersten in die Richtung. Mona konzentriert sich auf einen Verwundeten, bemerkt den Barbar nicht und fast wäre jede Hilfe zu spät gekommen. Odinsson stoppte ihn gerade noch mit einem Pfeil, bevor er selbst von acht Pfeilen gleichzeitig durchbohrt wird und zu Boden sinkt. Schmerz breitet sich in Harry's Herz aus, wie immer wenn ein guter Freund in diesem sinnlosen Krieg sein Leben lässt. Verzweiflung und Angst kriechen langsam seine Beine hoch, neben ihm wird Rah von zwei Äxten getroffen, Mona hat drei Ritter an den Fersen, Harry selbst kämpft
    mit vier riesigen Ziegen. Machtlos muss er mit ansehen wie auch Mona, von zahlreichen Pfeilen getroffen, in die Knie geht. Hinter ihr baut sich ein Barbar auf, grausam lächelnd hebt er sein Schwert über den Kopf und nimmt Mass. Ein letztes Aufbäumen des Ritters, mit einem kraftvollen Schwung entledigt er sich seiner Gegner und hetzt auf den Barbar hinter Mona zu. Doch der Boden ist durch das Blut inzwischen glitschig, Harry rutsch aus, fällt hin und sieht von unten wie das Schwert sich senkt und Mona’s Kopf neben ihm in eine Blutlache rollt.
    ’’NEINNN!!!’’
    Kraftlos richtet er sich auf und will den Speer heben. Im selben Augenblick trifft ihn ein heftiger Schlag in die Seite und ihm wird schwarz vor den Augen. Die Sinne schwinden ihm, beinahe froh, das Gemetzel nicht mehr zu sehen müssen, gleitet er in die Abgründe der Besinnungslosigkeit.

    Was ist Gerechtigkeit? Ein Traum für Kinder und Narren
    Der Krieger weiss, dass das Blut von Unschuldigen an jedem Schwert klebt.
    Der Dichter weiss, dass die Treue nur in seinen Liedern siegt.
    Der Gelehrte weiss, dass die Wahrheit der Lüge dient.
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    Doch sagt mir: Wo wären wir ohne diesen Traum?

  • Süsslicher Verwesungsgeruch steigt ihm in die Nase, doch traut er sich nicht die Augen zu öffnen. Sachte bewegt er seine Glieder, alles noch da, alles noch funktionsfähig.
    ’Wo bin ich? Wie ist die Schlacht… Odinsson, Tod, Mona, Tod, Rah, Tod… ich verfluche dich Daracan…Aber wieso bin ich nicht Tod? Oder ist das der Himmel hier?’
    Rascheln von Stoff lässt ihn in seinen Überlegungen innehalten und lauschen.
    ’’Diese Drecksarbeit, sie stinkt zum Himmel hoch. Wieso immer ich?’’
    ’’Weil du dein Arsch immer versteckst, wenn wir angegriffen werden. Jeder das was er kann, mein Freund. Und du weisst ja, die Leichen müssen verbrannt werden, wegen der Seuchengefahr. Nicht das uns das rote Pack im Tod noch Schaden bringt’’

    ’’Ja hast ja recht, aber zumindest eine Waffe oder ein wenig Gold hätten sie uns lassen können…’’
    ’’Das wurde doch alles nach Birka geschafft und soll dort gerecht verteilt werden… alle Waffen, Rüstungen, Schmuck und Gold…’’
    Die Stimmen entfernen sich langsam von Harry und zaghaft versucht er die Augen zu öffnen und sich zu orientieren. Links und rechts von ihm liegen die Leiche von Iggen. Zum Glück keiner seiner Freunde, werden aber wohl auch hier irgendwo rumliegen, wenn sie noch nicht verbrannt wurden. Eilig schlisst Harry die Augen wieder und versucht so flach wie möglich zu atmen. Schritte nähern sich ihm, entfernen sich wieder und kommen zurück. Der Körper neben ihm wird hochgehoben und auf einen hölzernen Karren verfrachtet. Dem Ächzen des Holzes nach schon recht überladen. Harry lauscht auf die Schritte, hört nur eine Person gehen und legt sich auf die schnelle einen Plan zurecht. Er wartet bis die Schritte bei ihm stoppen und öffnet dann die Augen. Blitzschnell entwendet er dem verdutzten Alsen den Dolch und sticht ihm sofort in die Kehle. Mit aufgerissenen Augen starrt der Zwerg ihn an, im letzten Augenblick erfasst er die Lage, doch da ist er schon tot. Seine Rippen schmerzen höllisch nach der raschen Bewegung, doch Harry erlaubt sich nicht darauf zu achten. Flink ist er auf den Beinen und blickt an sich hinab. Seine Rüstung war weg, genauso wie die Waffe. Nur noch die Lederkleider trägt er. Eilig klaut er dem toten Zwerg den Mantel, besser als nichts. Schiebt sich den Doch in den Gürtel, schnappt sich die Axt beim Karren und schleppt sich Richtung des nahen Waldes. Die Wunde muss gepflegt werden, das es eine ist, zweifelt Harry nicht. Durch die Bewegungen ist die Kruste wieder aufgerissen und blutet. Vermutlich sind auch noch Knochen in Mitleidenschaft gezogen worden. Mit dem viel zu kurzen Mantel, er reicht ihm bis knapp unterhalb der Schulterblätter, verschwindet er im Wald. Mit dem letzten Blick zum Tor zurück, bemerkt er dass es gerade geöffnet wird.
    ’Zurück und aus dem Reich raus? Die Gefahr wenn ich hier bleibe ist gross entdeckt zu werden…’
    Der Wunsch, seine Waffe und Rüstung zurück zu holen ist zu gross und so entschliesst sich Harry weiter in den Wald vorzudringen. Mit letzter Kraft schleppt er sich zu einer uralten Eiche und legt sich an ihren Wurzeln ins Moos.
    ’Ich muss meine Waffen und Rüstung wieder haben…Nur wie?’
    Erschöpft fordert sein Körper Ruhe und Harry entschlummert in einen unruhigen Schlaf.

    Was ist Gerechtigkeit? Ein Traum für Kinder und Narren
    Der Krieger weiss, dass das Blut von Unschuldigen an jedem Schwert klebt.
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    Doch sagt mir: Wo wären wir ohne diesen Traum?

  • Dunkelheit um gibt Harry, Nebelschwaden winden sich zu seinen Füssen. Zähflüssig und widerwillig winden sie sich um die Beine des Ritters. Mühsam sind seine Schritte, die ihn in Richtung des Lichts führen. Als wolle der Nebel nicht, dass er dort hin gelangt. Mit aller Macht klammert er sich an die nackten Beine, umschlingt sie mit eiskaltem Hauch. Stimmen rufen nach ihm scheinbar aus dem Nichts heraus.
    ’’Komm, Harry, komm zu uns….’’
    ’’Lass uns nicht alleine, edler Ritter…’’
    ’’Soldat, in den Kampf…’’
    Vor seinem Auge tauchen Bekannte und Freunde auf, lachend steht Mona da, den Kopf unter dem Arm, Rah wie immer gut gelaunt und voller Schabernack, währen da nicht die klaffenden Wunden. Odinsson wie gewohnt still und eine Handbreit neben dem Geschehen, gespickt wie ein Igel ragen die gefiederten Enden aus seinem Körper.
    ’’Lass los Harry, komm her zu uns…’’
    Geleitet von ihren Stimmen taumelt Harry immer weiter. Immer mehr Gesichter und entstellte Körper tauchen an seiner Seite auf, Heerscharen von Iggen wandeln dem Licht zu. Das Denken nimmt immer mehr ab, der Griff des Nebel lockert sich zusehends und wie durch einen Sog zieht es den Ritter mit den Massen auf das Licht zu. Ein stechender Schmerz lässt ihn in die Knie gehen, der Nebel und die Dunkelheit lösen sich auf und vor seinem Auge erscheinen die Farben der Welt.
    ’Was zum Teufel... Uhh.. Meine Seite… Ahhaa … Was….’
    Heftige Schmerzen durchziehen seinen Körper und beschweren seine Atemzüge. Harry schliesst die Augen wieder, versucht zu entspannen und sich zu erinnern. Die Reise, die Schlacht und die Flucht in den Wald alles scheint schon Jahre her zu sein. Ächzend versucht er sich an der Eiche in eine aufrechte Sitzposition zu verlagern. Wellen von Schmerzen gehen von seiner rechten Seite aus. Der Schweiss läuft ihm vor Anstrengung über die Stirn, das Atmen schmerzt. Völlig erschöpft lehnt er sich an den Stamm und schöpft nach Luft. Minutenlang sitzt Harry mit geschlossenen Augen da und versucht seinen Körper unter Kontrolle zu bringen. Nach und nach wandeln sich die Dolchstiche in der Seite in ein dumpfes Pochen. Langsam mit zaghaften Bewegungen fischt er das Messer, welches er dem Alsen am Tor abgenommen hat, hervor und fängt langsam an sein Oberkleid an der rechten Seite aufzuschlitzen. Sachte, da er nur eine Hand benützen kann, durchtrennt er das Leder. Erschrocken zieht er die Luft durch die Zähne. Von der Hüfte her hoch zur Schulter und bis in die Mitte der Brust ist alles bläulich schwarz unterlaufen. Ein gewaltiger Bluterguss bedeckt seine rechte Hälfte. Unterhalb der Achsel ist die Haut aufgeplatzt, eine halbe Elle breit, bis unterhalb der Rippen. Vorsichtig fährt er mit den Finger darüber und drückt sachte darauf. Wie es scheint sind nur die untersten drei Rippen gebrochen, der Rest nur stark geprellt
    ’Was für ein Schlag mit dem Hammer…. Ohne meine Rüstung wäre ich jetzt wohl Asche und im Licht angekommen….’
    Neugierig betracht er seine Umgebung, vor Schmerz und Müdigkeit, hat er der Lichtung noch keine Beachtung geschenkt. Langsam wie ein Greis versucht er sich zu erheben und nach langer Zeit, mit manchen Pausen, steht er auf wackeligen Beinen, an den Stamm gelehnt. Seine Blicke wandern über die Pflanzenvielfalt und entdeckt Blutmond an einem Stamm drei vier Meter weiter links. Harry sinkt auf die Knie zurück und schleppt sich auf allen vieren zu dem Moos hin. Die Wunde schmerzt wieder höllisch durch die Bewegungen, doch das Moos kühlt schön, nach dem es der Ritter mit dem Dolch geerntet hat und auf die Wunde drückte. Das Kraut braucht eine Weile bis es seine Wirkung entfaltet, doch verhindert es Entzündungen und lindert den Schmerz. Harry sinkt erschöpft zu Boden und schläft ein, sein Körper hat zu viel Blut verloren und fordert seinen Tribut.

    Was ist Gerechtigkeit? Ein Traum für Kinder und Narren
    Der Krieger weiss, dass das Blut von Unschuldigen an jedem Schwert klebt.
    Der Dichter weiss, dass die Treue nur in seinen Liedern siegt.
    Der Gelehrte weiss, dass die Wahrheit der Lüge dient.
    Der Herrscher weiss, dass die Satten sich an den Hungrigen mästen.
    Ja, Gerechtigkeit ist ein Traum für Kinder und Narren.
    Doch sagt mir: Wo wären wir ohne diesen Traum?

  • Noch benommen von der Schlacht am Reichstor gegen die Iggen, ging sie langsam neben der Karren mit denn Waffen der Gegner her. Sie hatten die Leichen gründlich durchsucht nach brauchbaren Gegenstände wie Tränke, Proviant oder Waffen. Zwei , drei Schmuckstücke hatte sie gesehen, glänzend Weiss , mit schimmernden Steinen graviert. Sie vermutete, dass es sich bei diesen Waffen um aus Magnatit gefertigte handeln musste, selbst in den Händen, geschweige den im Besitz gehabt, hatte sie noch nie eine, nur Erzählungen und Sagen darüber gehört. Die Wachen stoppten Sie am Tor von Birka. Sie sind vorsichtig geworden, da es anscheinend einzelne Gegner geschafft haben sollen, in das Reich zu fliehen. Grob wurde Sie gefragt wer Sie sei und was Sie in Birka wolle. Zähne Knirschend gab Sie denn Wachen Antwort
    „Ich bin Sansa Schattenwolf, stehe seid Jahren im Dienst der eisernen Garde der Ritter von Alsius und ich soll diesen Karren mit Waffen der Feinde nach Birka bringen. “

    Nichts sagend liessen sie die Wachen passieren. Bereits von weitem hörte Sansa aus der Taverne Gelächter und Musik, noch immer wusste Sie nicht, was ihr Volk zu feiern gedachte. Sie waren denn Iggen gegenüber in der besseren Position gewesen, hatten bereits vor Ihrer Ankunft gewusst wie Ihre Aufstellung sein würde und wie sie vor hatten das Tor zum Fall zu bringen. Sie verachtete die Spione im Gegnerischen Reich, so wie einige wenige Andere auch, konnte aber dennoch nichts gegen sie machen. Sansa beeilte sich, gab die Waffen beim Schmied ab, besorgte noch ein zwei Kleinigkeiten um endlich in ihr geliebtes Heim gehen zu können, in dem sie allein und etwas abgeschieden bei Gokstadt lebte. Sie brauchte einfach die Freiheit und Ruhe zwischen denn ganzen Kämpfen und Touren die sie machte. Sie würde denn Weg quer durch denn Wald nehmen, dieser war zwar gefährlicher, gerade jetzt wo die Sonne unter ging, dennoch war es der Schnellste und mit Bären und Wölfen auf dem Weg würde sie schon fertig werden, dessen war die Ritterin sich sicher. Sie konnte ja nicht ahnen, dass sie auf etwas viel Gefährlicheres stossen würde. Sie liess denn Krach der Stadt und der Taverne hinter sich und lief gemütlich in Richtung Wald, eilig hatte sie es nicht, so dass Sansa ihr alsisches Pferd hier nicht benötigt wurde, obwohl sie wusste , das es sich immer in der Nähe aufhielt. Mit festen Schritt näherte sie sich einer kleinen Lichtung, die von mehreren uralten Eichen umrandet wurde. Leicht spielte der Wind mit denn Blättern der Bäume, die untergehende Sonne färbten sie fast schon in einem blutroten Ton, an anderen Tagen hätte die Ritterin das Schauspiel der Natur genossen, doch sie hörte von weitem etwas, dessen sie mehr Interesse schenkte. Leichtfüssig lief sie durch das Gras und Moos zu einer Eiche, von dem das Geräusch kam. Ihr stockte der Atem und das Blut gefierte ihr für Sekunden und denn Adern, als Sansa denn Iggen dort an dem Baum schlafen sah. Ihr fielen sofort die Wunden an seinem Körper auf, die Alsen mussten Ihn übel mitgespielt haben. Wieso ist er in das Reich geflohen anstatt Richtung Ignis? Sie hatte Fragen, überlegte aber dennoch ob es nicht besser wäre, ihn einfach und schnell den Rest zu geben und von seinen Qualen erlösen? Gerade als sie sich dazu überwunden hatte und die Axt ansetzte, um dem Iggen denn Gnadenstoss zu geben, schien er zu erwachen. Schnell sprang sie zur Seite, versteckte sich hinter einem dicken, alten Stamm und beobachtete ihn aus sicherer Reichweite.

    Was ist Gerechtigkeit? Ein Traum für Kinder und Narren
    Der Krieger weiss, dass das Blut von Unschuldigen an jedem Schwert klebt.
    Der Dichter weiss, dass die Treue nur in seinen Liedern siegt.
    Der Gelehrte weiss, dass die Wahrheit der Lüge dient.
    Der Herrscher weiss, dass die Satten sich an den Hungrigen mästen.
    Ja, Gerechtigkeit ist ein Traum für Kinder und Narren.
    Doch sagt mir: Wo wären wir ohne diesen Traum?

  • Sie beobachtete den Krieger mit Adleraugen und musste mit Entsetzten zusehen, wie er sich selbst versuchte zu Helfen. Wie ein Tier, Wund geschossen durch einen Jäger, robbte er auf allen vieren zu einem Baum, ein paar Schritte entfernt. Anscheinend sucht oder besser gesagt hat er eine Pflanze entdeckt. Schien sie zu pflücken, drückte sie an seine Seite und sank wohl bewusstlos zu Boden. Innerlich trug sie einen Kampf mit sich selbst aus, sollte und konnte sie ihm Helfen? Ihn in ihr Haus bringen und eventuell riskieren, dass sie zusammen entdeckt werden könnten und des Reiches verwiesen wird, geschweige den, dem was ihm zustösst oder sollte sie ihm, so wie zuvor den Entschluss gefasst, einfach denn Gnadenstoss geben und seinen leblosen Körper denn Tieren zum Frass überlassen? Sie schaute sich um, weit und breit war weder jemand zu hören, noch zu sehen.
    Ach Mist…was soll`s.“
    Brummte sie zu sich selbst zu und ging auf denn Iggen zu. Sansa ging neben ihm in die Hocke und und horchte angestrengt, ihr Gesicht nahe dem seinen, um den Atmen hören zu können, der zwar schwach aber gleichmässig ging. Etwas erleichtert, dass er noch lebte, stand sie wieder auf und pfiff nach Ihrem Pferd, das natürlich, wie sollte es auch anders sein, nicht Fern war. Sie deutete dem treuen Tier sich hinzulegen, damit es besser ging, ihn drauf zu hieven. Leicht war er nicht, sogar ziemlich schwer, so wie es aussah allerdings mehr Muskelmasse als Fett.
    Also ein Barbar oder Ritter, aber…ganz gleich was er ist, ich sollte aufpassen und Vorsichtig sein“
    Mahnte sie sich selbst. Langsam half sie ihrem Pferd hoch und hielt ihn fest, sie wollte nicht riskieren das er herunter fiel und dadurch eventuelle Geräusche verursachte. Schnell wies sie Ihrem Pferd den Weg, Richtung Gokstadt, mittlerweile war die Nacht um sie herum eingebrochen, die Wölfe heulten, eine Eule stiess von Zeit zu Zeit ihren Ruf aus. Von weitem konnte Sansa bereits die Lichter der „Wasserstadt“ erkennen. Leicht griff sie die Zügel des Pferdes und lief einen grossen Bogen um Gok, wollte um Himmelswillen nicht mit einem verwundeten Iggen auf Ihrem Pferd gesehen oder entdeckt wurde. Schnell hatten sie das letzte Stück bis zu ihrem Haus hinter sich gelassen. Die Ritterin trug, schleppte beinah den leblosen Körper mit aller Kraft in ihr Haus und lies ihn etwas unsanft auf ihr Bett fallen, holte Holz von draussen und schloss schnell die Tür hinter sich. Das Feuer im Kamin war schnell entfacht, sodass sie sich nun endlich um die Wunden des Iggen kümmern konnte
    Wo waren nochmals die Kräuter, die mir letztens eine dieser Beschwörerinnen in die Hand gedrückt hatten.?“
    Kreuz und Quer suchte sie den ledernen Beutel und fand es schliesslich auf dem Regal zwischen Büchern und anderem Schnick-Schnack.
    Eine Schale, etwas Wasser und die Kräuter…verrühren bis es ein Brei ergibt“
    Murmelt sie vor sich hin, die Beschwörerin zitierend. Angewidert von dem Geruch die Nase rümpfend, stellte Sansa den Brei für die Wunden neben das Bett und fing an denn Igen aus seiner Kleidung zu schälen. Blau überall, wo Sie hinsah, war er Blau oder verletzt. Langsam rieb Sie denn Brei auf seinen Körper und versuchte Ihn danach so gut es ging zu verbinden. Nachdem die Alsin den Iggen verarztet und zugedeckt hatte, wartete sie am Feuer sitzend auf das Erwachen des Verwundeten. Dann würde sie Ihm eine alte Waffe in die Hand drücken und Ihn schnell irgendwo auf dem Berg aussetzten.
    Doch bis dahin, kann ich etwas zu Essen vertragen''
    Sagte sie sich und setzten denn Kessel auf die Feuerstelle.

    Was ist Gerechtigkeit? Ein Traum für Kinder und Narren
    Der Krieger weiss, dass das Blut von Unschuldigen an jedem Schwert klebt.
    Der Dichter weiss, dass die Treue nur in seinen Liedern siegt.
    Der Gelehrte weiss, dass die Wahrheit der Lüge dient.
    Der Herrscher weiss, dass die Satten sich an den Hungrigen mästen.
    Ja, Gerechtigkeit ist ein Traum für Kinder und Narren.
    Doch sagt mir: Wo wären wir ohne diesen Traum?

  • Die Hitze flimmert in der Luft über dem Sand, leise knirscht er unter den eisernen Sohlen des Ritters. Merklich beschleunigt er seine Schritte, nachdem er die ersten Häuser von Altaruck in der Ferne auftauchen sieht. Herrlich diese Perle der Wüste, Stammsitz von Daracan und seinem Rat, nur Frieden und Ruhe sucht man hier vergeblich. Selbst in der Nacht lebt diese Stadt weiter, an allen Ecken preisen Liebesdienerinnen und Scharlatane ihre Künste an und versuchen den Bewohnern ihr Geld aus der Tasche zu ziehen. Händler und Handwerker aus dem ganzen Reich breiten ihre Waren auf Tischen und Tücher auf dem Boden aus, Minensänger und Akrobaten vollführen ihre Tricks und Kunststücke, die Menge lässt sich unterhalten und vergnügt sich in den Tavernen. Ohne von den Wachen aufgehalten zu werden, eilt Harry auf geradem Weg zu einem Gasthaus in einer Seitengasse. Die Taverne zum gehäuteten Mann ist sein liebster Ort, wenn er wieder mal in Altaruck verweilt. Der Wirt ist ein guter Freund seines Clans, immer ist dort ein Plätzchen für ihn und die Seinigen frei und auch die Fässer voller Met und Bier suchen lange nach Ihresgleichen. Schon von weitem hallt Harry der Gesang und die Musik entgegen. Kraftvoll stösst er die Tür auf und tritt ein. Alle waren sie da, Rah und Argos mit gewaltigen Krügen in den Händen am Singen, Storm Runner steckt verschwörerisch den Kopf mit einigen anderen Ritter zusammen und lachen laut auf. Liliana und Hellbound tanzen zur Musik, während Bulldozer und Sammy mit Wurfmesser ein Wettkampf austragen.
    ’’Willkommen, Harry. Hier trink und vergnüge dich’’
    Der Wirt drückt ihm ein randvoller Krug mit Met in die Hand und klopft ihm aufmuntern auf die Schultern. Der Ritter hebt seinen Krug und prostet seinen Freunden zu. Mit grossen Schlücken leert er den Krug und stellt ihn auf die Tresen.
    ’’Komm Tanz mit mir, mein lieber Harry’’
    Mit wiegenden Schritten geht die zierliche und liebreizende Mona auf ihn zu und streckt ihm die Hände entgegen. Erfreut will Harry sie bei den Händen nehmen, schreit aber vor Schrecken auf. Langsam löst sich die Haut von ihrem Gesicht, ein roter Ring zeichnet sich um ihren Hals ab. Er lässt sein Blick durch die Taverne wandern, Rah sitzt mit schrecklichen Axtwunden am Tisch, Argos daneben steckt ein Speer in der Brust. Vor seinen Augen zerfällt alles zu Asche, einen Moment lang hängt ein vorwurfsvoller Schrei im Raum, bevor alles von einem Wirbel erfasst wird und sich auflöst.
    Der Ritter fällt und fällt, endlos scheint der Sturz in die Dunkelheit zu sein. Gefühls- und Zeitlos wirkt der Fall, Schwärze um ihn herum. Bis er erneut von einem
    Wirbel erfasst wird, langsam ein gräulicher Schimmer die Dunkelheit durchdringt. Schwankende Bewegungen verursachen Übelkeit, sein Magen will rebellieren und nur mit grösster Mühe kann er schlimmeres verhindern. Verwirrt versucht Harry seine Gedanken zu ordnen, Geschehenes und Traum von einander zu trennen. Nach und nach klaren seine Erinnerungen auf, vorsichtig versucht er seine Umgebung wahrzunehmen. Doch ausser langsam vorbei gleitenden Boden kann er
    nichts sehen.
    ’Was zur Hölle…. Wo bin ich…. Was ist geschehen…’
    Das er nicht mehr im Wald auf der Lichtung ist, wird schnell klar. Bedacht, keine ruckartigen Bewegungen zu machen, lauscht Harry angestrengt. Aber er hört nur die Schritte einer Person und die Hufschläge eines Pferdes. Die Mühen verbrauchen viel Energie, die sein Körper noch nicht wieder hat. Trotzdem dass der Ritter verzweifelt dagegen ankämpft, schlummert er wieder weg. Erst das Klappern eines Kupferkessels lässt ihn wieder zu sich kommen. Mit geschlossenen Augen tastet er vorsichtig seine nähere Umgebung ab. Weich und angenehm warm fühlt sich die Unterlage an.
    ’Wieso liege ich in einem Bett?’
    Ein Geräusch in seiner Nähe lässt Harry leicht zusammen zucken, mit flachem Atem wartet er darauf, wie es nun weiter gehen würde.

    Was ist Gerechtigkeit? Ein Traum für Kinder und Narren
    Der Krieger weiss, dass das Blut von Unschuldigen an jedem Schwert klebt.
    Der Dichter weiss, dass die Treue nur in seinen Liedern siegt.
    Der Gelehrte weiss, dass die Wahrheit der Lüge dient.
    Der Herrscher weiss, dass die Satten sich an den Hungrigen mästen.
    Ja, Gerechtigkeit ist ein Traum für Kinder und Narren.
    Doch sagt mir: Wo wären wir ohne diesen Traum?

  • Sie sah, dass er sich immer wieder im Schlaf von einer auf die andere Seite dreht, immer wieder jammernde, stöhnende Laute über seine Lippen kommen.
    Vermutlich Albträume, ob ich Ihm etwas dagegen geben sollte?“
    Sansa entschied sich aber nach gründlichem Nachdenken dagegen. Sie hatte selbst immer nach grossen Schlachten Albträume gehabt, doch sobald diese nachliessen, fühlte sie sich körperlich und auch seelisch besser.
    Also….soll er sie haben , wenn er dadurch Geschehenes besser verarbeiten kann“
    Seufzte sie und wandte dem Blick wieder ihrem Kessel zu, in dem bereits das von ihr geschnittene Gemüse und Fleisch kochte. Der Duft von frischen Essen erfüllte denn Raum und liess ihr nur so das Wasser im Mund zusammen laufen, doch irgendetwas fehlte noch, in Gedanken ging die Ritterin nochmals alle Zutaten durch, sie konnte nicht von sich behaupten eine gute Köchin zu sein, aber kam über die Runden, dass reichte ihr.
    „Kräuter, natürlich“

    Sagte sie laut und fährt wie von einem Blitz getroffen auf dem Absatz herum. Schnell riss Sansa das Feuer ein wenig in die Breite und ging zum Iggen ans Bett um sich zu vergewissern, ob er noch schlief, bevor sie das Haus kurz verlassen würde. Sie stellte beruhigt fest, dass er ruhiger schläft, aber die Hälfte seiner Verbände schon wieder fast komplett durch geblutet waren und beschloss sobald sie wieder da sein würde, ihm nochmals Frische anzulegen. Eilig und leise verliess
    Sansa das Haus und ging kurz bei dem Stall vorbei, um nach ihrem Pferd zu schauen, bevor sie einen kurzen Marsch in die Berge startete. Licht brauchte die zierliche Alsin nicht, sie kannte denn Weg und die Kräuter, die sie pflücken würde wollen. Schnell waren diese gefunden und sie konnte sich zurück auf dem Weg machen, immer wieder ging ihr Blick hoch in Richtung Himmel, es war eine kalte und klare Nacht mit vielen Sternen am Himmel, schon als kleines Mädchen liebte sie es, Nachts draussen zu sitzen und einfach nur die Sterne zu beobachten. Sie gestattete sich noch einen letzten, verträumten Blick in die Sterne, bevor sie seufzend die Tür zu ihrem Haus schloss und wieder verriegelte. Die Ritterin warf die Kräuter achtlos in denn Kessel, nachdem sie diese kurz gesäubert und gewaschen hatte, nahm die Kelle, stiess dabei mit dieser gegen denn Kessel, ein metallener Laut, gefühlt hörbar wie die Kirchenglocken von Gokstadt, erfüllte den Raum mit seinem Klang. Augenblicklich
    unterbrach sie ihre Bewegungen, verharrte lautlos und ruckte nur den Kopf in Richtung Igen, um sicherzustellen das er davon nicht wach geworden war.

    Glück gehabt“
    Dachte sie, als er sich nicht bewegte und anscheinend unbekümmert weiter schlief. Nachdem Sansa feststellte, dass ihr Gebräu noch kochen musste, nahm sie Salben und Verbände, hockte sich neben das Bett und fing an dem Igen seine durchbluteten Verbände zu wechseln. Harry merkte, dass die Unterlage sich auf eine Seite neigte, als sichjemand vorsichtig darauf setzte. Der Ritter wagte kaum zu atmen, geschweige denn die Augen zu öffnen. Vorsichtig und zaghaft wurde an dem Verband um seine Brust herum gezupft, doch das verkrustete Blut und das offene Fleisch unter ihm, liessen den Stoff an seinem Körper kleben. Obwohl die Person äusserst behutsam zu Werke ging, rauschten Wellen von Schmerzen von seiner Brust aus bis in die Fuss und Fingerspitzen, grelle Blitze zuckten hinter seinen Lidern und beinahe driftete er wieder ab in die Schwärze einer Ohnmacht. Die Tortur dauerte zu seinem Glück nicht so lange, dass sein Körper in die Dunkelheit flüchten musste. Sanfte Hände trugen eine kühlende Salbe auf, die seine verkrampften Muskeln entspannen liessen. Von den Schmerzen befreit, geniesst der Körper die Ruhe und verlangt nach Erholung, der Geist möchte noch die Gedanken zu Ende spinnen, doch der Schlaf ist schneller.

    Was ist Gerechtigkeit? Ein Traum für Kinder und Narren
    Der Krieger weiss, dass das Blut von Unschuldigen an jedem Schwert klebt.
    Der Dichter weiss, dass die Treue nur in seinen Liedern siegt.
    Der Gelehrte weiss, dass die Wahrheit der Lüge dient.
    Der Herrscher weiss, dass die Satten sich an den Hungrigen mästen.
    Ja, Gerechtigkeit ist ein Traum für Kinder und Narren.
    Doch sagt mir: Wo wären wir ohne diesen Traum?

  • Blitzschnell steht er hinter dem Zwerg und schlitzt ihm mit einer fliessenden Bewegung die Kehle auf. Ohne einen Laut von sich zu geben, sackt der Alse zusammen und langsam färbt sich der Schnee rot. Rasch schleift er ihn in das Gebüsch und lauscht in die Nacht hinaus. Kein Laut dringt an sein Ohr, dass seine Aktion bemerkt wurde. Vorsichtig häuft er Schnee auf die kurze, rote Spur um nicht gleich jedem vorbeigehenden Alsen die Untat unter die Nase zu reiben. Leise drückt er das Tor des Anwesen auf, drängt sich durch den entstanden Spalt und verschmilzt mit dem Schatten.
    ’Nur noch die Waffen und dann endlich weg von hier….’
    In der Nähe der Stallungen verharrt Harry eine Weile, beobachtet das Haus und geht in Gedanken nochmals den Weg ab, den ihm Sansa erklärt hatte. Oben im ersten Stock flackert noch eine Kerze, die Hausherrin ist noch am lesen. Geduldig wartet er im Schatten bis das Licht erlöscht und hetzt lautlos zur Hintertür. Den Gang gerade aus, die dritte Tür links ist die Waffenkammer. Ohne auf jemanden zu treffen erreicht er die Tür, mit leichtem Knarren lässt sie sich leicht öffnen. Zahlreiche Äxte, Schwerter, Speere und Schilder zieren die Wände und Waffenständer. Herrliche Rüstungen und Helme schön aufgereiht, blank poliert. Nur sein eigener Speer ist nicht darunter. Ein kurzer Anflug von Panik wollte sich in ihm breit machen, doch Harry unterdrückte das Gefühl sogleich wieder. Rasch rechnete er seine Optionen durch und entschloss sich, in das Obergeschoss hinauf zu steigen. Mit gezücktem Dolch schleicht er die Treppe hinauf, bedacht kein lautes Geräusch zu verursachen.
    ’Er kann nur im Schlafzimmer des Hausherrn sein…. Na dann los, wenn Blut fliesst, sicherlich nicht meines….’
    Durch die Erklärungen von Sansa konnte er sich durch das Haus bewegen, als ob er schon ewig hier leben würde. Einen Moment lang verharrt er vor der Tür zur Schlafkammer und atmet tief durch. Mit einer raschen Bewegung öffnet er und tritt ein. Zwei, drei grosse Schritte und Harry steht am Bett. Er setzt dem Alsen den Dolch an den Hals und befördert mit dem Fuss den Nachttopf an die Wand. Durch das scheppernde Geräusche fahren die beiden Schlafenden hoch, die Frau ganz, der Mann so weit, bis er die scharfe Klinge spürt.
    ’’Ssschhhttt….. Kein Laut, wenn euch euer Leben lieb ist…. Weib auf, mein Speer…’’
    Verständnislos blickt die Dame des Hauses ihn an, wechselt zu ihrem Mann und wieder zu Harry.
    ’’Was…..’’
    ’’Nicht was… Mein Speer, weiss mit schimmernden Steinen? Den, den dein Mann auf der Auktion erstanden hat….’’
    Da fallen der Alsin die Schuppen von den Augen. Entsetzt starrt sie ihn an und macht keine Anstalten sich zu bewegen. Harry drückt dem Hausherrn die Klinge fester an den Hals, ein kleiner Tropfen Blut läuft herab.
    ’’Los sag deinem Weib, sie soll den Speer holen, wenn dir dein Leben lieb ist….’’
    ’’M..M..M..Mach hin, Weib, beeil dich loo..loos…’’
    ’’So ist brav…’’
    Aus ihrer Starre erwacht, zittert sie am ganzen Leib, beeilt sich aber aufzustehen. Im Nachthemd begibt sie sich an die gegenüberliegende Wand und öffnet einen alten Eichenschrank und entnimmt ihm den Speer. Fast schon entreisst ihr Harry die Waffe, als sie wieder am Bett steht. Dieses Gefühl, das pulsierende Metall in seiner Hand. Doch der Moment war ungünstig sich der Freude hinzugeben. Mit einer schnellen, kaum sichtbaren Bewegung versetzt er dem Alsen einen heftigen Schlag auf den Kopf, so dass dieser Bewusstlos auf das Bett zurück sinkt. Ohne weiter auf die Beiden zu achten hetzt Harry aus dem Haus und verlässt eilig den Hof. Der eisige Wind zerrt an seinem Mantel und lässt sein Körper vor Kälte erzittern, doch das Glücksgefühl über die wiedergefundene Waffe überwiegt und lässt ihn die Kälte ignorieren. Ein Blick zurück, in der Ferne sieht man noch die Dächer des Hofs und noch etwas weiter die Mauern von Birka. Keine Verfolger in Sicht, sicherlich wurden die Wachen schon benachrichtigt.
    ’Jetzt muss ich nur noch raus hier….’

    Was ist Gerechtigkeit? Ein Traum für Kinder und Narren
    Der Krieger weiss, dass das Blut von Unschuldigen an jedem Schwert klebt.
    Der Dichter weiss, dass die Treue nur in seinen Liedern siegt.
    Der Gelehrte weiss, dass die Wahrheit der Lüge dient.
    Der Herrscher weiss, dass die Satten sich an den Hungrigen mästen.
    Ja, Gerechtigkeit ist ein Traum für Kinder und Narren.
    Doch sagt mir: Wo wären wir ohne diesen Traum?

  • Wärme auf seinem Gesicht lässt Harry erwachen. Die Sonne scheint durch ein Fenster in der gegenüberliegender Wand und strahlt herrlich auf sein Gesicht. Verwirrt tastet Harry neben sich herum, findet den Speer aber nicht. Entsetzt richtet er sich auf, um sich gleich wieder hinzulegen. Die Bewegung war zu hektisch, zu rasch ausgeführt. Der Speer liegt nicht hier, auch sonst nirgends in seinem Blickfeld. Die Erinnerungen kommen langsam wieder, die Gedanken klaren auf.
    ’’Nur ein Traum…. Es war nur ein Traum…’’
    Neugierig blickt sich Harry in der Hütte um. Verschiedene Dinge, manche bekannt, manche so unergründlich, wie sie nur völlig fremde Völker haben können. Keine andere Person hält sich in dem Raum auf. Vorsichtig versucht er aufzustehen, die Beine zittern noch etwas und auch der Brustkorb schmerzt noch, doch langsam geht er auf die Tür zu und öffnet sie. Klare und kalte Luft empfängt ihn und weckt ihn endgültig. Verwundert sieht er sich um, ein Bach plätschert ruhig und friedlich neben der Hütte vorbei, vereinzelte Tiere hört man aus dem nahen Wald. Durch die Anstrengungen ermüdet setzt sich Harry in die Sonne und lehnt sein Rücken an die Hauswand.
    ’’Wer zum Teufel pflegt mich hier? Wohl kaum ein heiliger Geist…. Gesund pflegen, damit man mich danach besser Foltern kann?’’
    Eine Weile horcht Harry in sich hinein und muss eingestehen, dass an eine Flucht zur Zeit nicht zu denken ist.

    Was ist Gerechtigkeit? Ein Traum für Kinder und Narren
    Der Krieger weiss, dass das Blut von Unschuldigen an jedem Schwert klebt.
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    Ja, Gerechtigkeit ist ein Traum für Kinder und Narren.
    Doch sagt mir: Wo wären wir ohne diesen Traum?

  • Sansa genoss es am Bach zu sitzen, denn Fischen bei ihrem wildem Treiben zuzuschauen, die warme Sonne auf ihrem Gesicht zu spüren und die kalte Luft zu atmen. Es war ein herrlicher Tag, schnell vergass die Alsin alles um sich herum, auch denn Iggen in ihrem Haus und schlief ein.
    Blitze zuckten im Sekundentakt, der Regen prasselte hart auf ihre kindliche Haut, suchend schweiften ihre Kinderaugen umher, wo waren sie? Was passierte? Überall waren Feinde der syrtischen und igischen Streitkräfte. Eine Drei-Völkerschlacht, die erste für sie und eine die sie nie mehr vergessen sollte. Schreiend nach Ihren Eltern, lief Sie durch die Stadt, suchte in jeder der Hütten, an jeder noch so kleinen Ecke, die hätte als Versteck dienen können, nirgends waren Sie zu finden. Angst und Einsamkeit machten sich in Ihr breit, verwirrt lief sie Richtung Brunnen. Bereits von weiter Ferne sah sie denn leblosen Körper ihrer Mutter auf dem Platz liegen. Tränen brannten in Ihren Augen als Sie auf die Leiche zuging um sich zu vergewissern, ob der Leichnam auch wirklich der ihrer geliebten Mutter war. Sie sank neben der Leblosen auf die Knie, faste Ihre Eiskalte Hand und weinte, das wichtigste in Ihrem Leben wurde ihr in diesen Moment genommen. Langsam begriff sie, dass sie nun allein war, ihr Vater, einst bester Ritter der eisernen Garde, wurde in denn Tot geschickt und auch Ihre Mutter wurde kaltblütig ermordet. Es ging alles Blitzschnell, noch in Trauer und aufsteigender Wut, bemerkte sie nicht, das sich ein Feind von hinten näherte, schnell und gelenkig war er hinter das kleine Mädchen getreten und mit einem heftigen Schwung stiess er ihr sein Speer durch die Schulter, Sie jaulte vor Schmerz und viel vorne über. Leise und weit entfernt hörte Sie noch das Lachen des Feindes, bis Sie langsam immer weiter in ein tiefes Schwarz fiel. Ohne das ersterbende Gurgeln noch zu vernehmen, ohne die Spitze des Speers zu sehen, der die Kehle des ehrlosen Kriegers durchbohrt.
    Sie erwachte mit einem zucken aus ihrem Traum, so echt und körperlich nah, hatte sie diese in letzter Zeit selten so intensiv erlebt. Schnell faste sie sich an die Schulter, um zu überprüfen, ob die Wunde nicht blute. Alles Heil, erleichtert wusch Sie sich das Gesicht und beschloss sich etwas abzulenken in dem Sie denn Igen endlich wecken würde. Langsam schlenderte Sie um Ihr Haus herum und blieb sprachlos vor dem an der Wand sitzenden Igen stehen.

    Ein Schock jagt denn anderen, heute ist wohl nicht mein Tag“
    Dachte sie, als sie ihn leicht mit dem Fuss anstiess, damit er die Augen öffnete.

    Was ist Gerechtigkeit? Ein Traum für Kinder und Narren
    Der Krieger weiss, dass das Blut von Unschuldigen an jedem Schwert klebt.
    Der Dichter weiss, dass die Treue nur in seinen Liedern siegt.
    Der Gelehrte weiss, dass die Wahrheit der Lüge dient.
    Der Herrscher weiss, dass die Satten sich an den Hungrigen mästen.
    Ja, Gerechtigkeit ist ein Traum für Kinder und Narren.
    Doch sagt mir: Wo wären wir ohne diesen Traum?

  • Mit geschlossenen Augen lehnte der Ritter mit dem Rücken an der Hauswand, lauscht dem Murmeln des nahen Baches. Die kalte und klare Luft weckten seine Lebensgeister endgültig. Trotzdem blieb das dumpfe Pochen an seiner Seite. Immer wieder versuchte Harry tief Luft zu holen und zuckte jedes mal vor Schmerz zusammen. Obwohl die Heilmittel der unbekannten Person scheinbar gut wirken, seine Rippen brauch Zeit und Ruhe, die er eigentlich nicht hat. Sein Zeitgefühl schien ihm auch abhanden gekommen zu sein, er konnte beim besten Willen nicht sagen, ob die Schlacht erst ein paar Tage oder schon Monate her war. Während er seinen Gedanken nachhing, hörte er wie sich der Gesang des Baches ändert. Nicht mehr nur das Murmeln, jetzt mischte sich für kurze Zeit ein leises Plätschern dazu. Für eine kurze Zeit lang, war es deutlich zu vernehmen und brach dann schlagartig ab. Die Augenlider immer noch unten, äusserlich unbewegt, horcht er mit angespannten Sinnen nach weiteren Geräuschen.
    ’Da ein Knacken, wie auf einen Ast getreten… Laub raschelt leise…. Schwer ist die Person nicht…. Was soll ich machen?... Schnell Harry schnell, denk nach…’
    Beinahe verzweifelt durchdenkt Harry in aller Eile seine Optionen. Die Ruhe und der Frieden hier haben ihn eingewickelt, sorglos sitzt er in Feindesland vor einem Haus und ist unfähig sich zu wehren.
    ’Flucht fällt weg, ich würde nicht weit kommen… Auf eine Chance warten und versuchen den Alsen zu überwältigen? Ist auch keine gute Idee…’
    Resigniert unterbricht er seine Gedankengänge und hört dicht neben sich Schritte. Gleich darauf spürt er einen leichten Tritt an die Schulter, gnädiger Weise auf der unverletzten Seite. Langsam öffnet er die Augen und wendet den Kopf nach links. Mit verschränkten Armen steht eine Alsin neben ihm und blickt ihn mit einem undeutbaren Gesichtsausdruck an. An ihrem Gürtel hängt ein schlichtes Schwert und ein ebenso neutralen Dolch, aber deutlich sichtbar, meisterlich gearbeitete Stücke.
    ’Keine Robe oder Leder… Ich vermute mal Ritterin oder Barbarin… aber dafür sah ich zu wenige Waffen… Eine alsische Ritter…. Ich kenne sie nicht… Nein… Wir sind uns noch nie in der Schlacht begegnet…’
    Minutenlang sehen sich die beiden an, keiner sagt einen Ton, nur der Bach singt weiterhin seine Melodie.
    ’’Warum?’’
    Harry hoffte, seine mageren Kenntnisse der alsischen Sprache genügen ihm, die Antwort sinngemäss zu verstehen. Neugierig und ein wenig herausfordernd blickt er ihr ins Gesicht und wartet gespannt auf die Antwort, die wohl oder übel Zukunftsweisend für ihn sein wird.

    Was ist Gerechtigkeit? Ein Traum für Kinder und Narren
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    Der Gelehrte weiss, dass die Wahrheit der Lüge dient.
    Der Herrscher weiss, dass die Satten sich an den Hungrigen mästen.
    Ja, Gerechtigkeit ist ein Traum für Kinder und Narren.
    Doch sagt mir: Wo wären wir ohne diesen Traum?

  • Schweigend und mit Misstrauen in den Augen sieht die Alsin Harry an. Ein leichtes Unbehagen breitet sich von seinem Magen her aus und aus irgendeinem Grund hatte er plötzlich Angst um sein Leben. Obwohl sie keine Anstalten machte das Schwert oder zumindest den Dolch zu ziehen, verstärkte sich das Empfinden, je länger sie schweigend und ohne mit einem Muskel zu zucken neben ihm steht. Ohne ihn aus den Augen zu lassen, geht sie auf einmal um Harry herum und kniet sich neben dem Ritter auf den Boden. Ohne das er es wollte, zuckte er zusammen, als sie mit sanften Finger seinen Verband untersuchte. Jeden Augenblick erwartete er, dass sie den Dolch zückt und mit einer fliessenden Bewegung das Eisen in seiner Brust versenkt. Doch nichts dergleichen geschah. Sie schloss ihre Untersuchung ab und setzte sich mit ein wenig Abstand neben den Ritter hin. Sie zog die Beine nahe an den Körper, schlang die Arme darum und starrte einige Augenblicke in die Ferne. Überrascht sieht Harry sie an, als sie plötzlich einwandfrei in seiner Muttersprache anfing zu sprechen.
    ’’Warum? Warum? Die Frage hab ich mir auch schon gestellt, seid versichert Herr Ritter. Ich frage mich immer wieder, was ich hier mache. Ihr überfällt uns, schändet das Land und die Leute… Und ich weiss nichts besseres zu tun, als einen von euch roten Teufeln zu retten und pflegen…’’
    Die Überraschung ändert sich schlagartig in Schrecken um. Die Augen der Alsin glühen einen Moment lang auf. Hass und Trauer, Wut und Unverständnis, Mut und gleichzeitig Angst glaubt Harry darin zu sehen. Doch sie fasste sich schnell wieder, wendete ihren Blick kurz von ihm ab und fährt dann fort. Erleichtert schweigt Harry und hört aufmerksam zu. Ihr Ignesich war beinahe perfekt, nur ein leichter Akzent schwingt in ihrer Stimme mit.
    ’’Wie soll ich das erklären… Ich habe euch im Wald entdeckt und beobachtet…. Ich war beeindruckt, wie sehr ihr gegen den Tod gekämpft habt. Mit dieser schrecklichen Wunde an der Seite, habt ihr euch noch diese Stecke bis in den Wald geschleppt. Ich hab schon Krieger an wesentlich kleineren und unbedeutsameren Wunden sterben sehen, wie sie vor Schmerzen schreien und weinen. Von euch kam nicht ein Laut über die Lippen, selbst als ihr euch über die Lichtung geschleppt und das Moos auf die Wunde gepresst habt. So im Nachhinein muss ich mir eingestehen, dass ich euch bewundert habe in diesem Moment. Mein Dolch ruhte schon über eurem Herzen und war bereit, Haut, Fleisch und Knochen zu durchdringen, um eure rote Lebensflamme auszulöschen…..’’
    Einen Augenblick lang unterbricht sie sich, blickt Harry in die Augen, als wolle sie seine Reaktion abwarten. Doch der Ritter sass scheinbar regungslos und unbeteiligt neben ihr. Anders als sein Äusseres ahnen lies, rasten seine Gedanken durch die Hirnwindungen, knüpfen da und dort Verbindungen, um sogleich wieder verworfen zu werden. Ihm wird schlagartig bewusst, wie knapp er an dem Tod vorbei geschrammt ist. Nicht die Wunde, nicht die gebrochenen Rippen oder sonstigen Blutungen, nein diese Alsin neben ihm entschied über sein Leben und hat es immer noch in ihrer Hand.
    ’’Doch ihr hattet Glück, ich brachte es einfach nicht über das Herz, soviel Lebenswille und Entschlossenheit einfach zu beenden. Für das was danach kam, würden mich wohl alle von meinem Volk jagen und foltern. Ich lud euch auf mein Pferd, schaffte euch hier hin und säuberte eure Wunde, salbte sie ein und legte einen Verband an. Mehr gibt es nicht zu erzählen…’’

    Was ist Gerechtigkeit? Ein Traum für Kinder und Narren
    Der Krieger weiss, dass das Blut von Unschuldigen an jedem Schwert klebt.
    Der Dichter weiss, dass die Treue nur in seinen Liedern siegt.
    Der Gelehrte weiss, dass die Wahrheit der Lüge dient.
    Der Herrscher weiss, dass die Satten sich an den Hungrigen mästen.
    Ja, Gerechtigkeit ist ein Traum für Kinder und Narren.
    Doch sagt mir: Wo wären wir ohne diesen Traum?

  • Ein Moment lang brauchte Harry, um die soeben erfahrenen Informationen zu verarbeiten. Langsam versuchte er aufzustehen, mit den Armen an der Hausmauer abgestützt, stemmt er sich mühsam hoch. Die Alsin wollte aufspringen und scheinbar helfen, doch der Ritter hob abwehrend eine Hand und sie unterbrach ihre Bewegung. Etwas unsicher stand er auf den Beinen, ohne sich noch an der Wand festzuhalten. Mit geschlossenen Augen wartet er bis die Schwindelgefühle weg sind.
    ’’Werte Alsin…’’
    Umständlich und langsam verbeugt er sich vor ihr, wobei die Rippen wieder anfingen zu schmerzen.
    ’’Noch nie hab ich mich vor einem Feind verbeugt, geschweige den Bedankt… doch nun scheint es das erste Mal zu sein….’’
    Mehr zu sich selbst, eher laut gedacht als direkt zu ihr gesprochen, scheint Harry einen Moment lang durch sie hindurch zu sehen.
    ’’Lasst mich euch kurz vorstellen, wie auch immer eure Pläne mit mir aussehen werden…. Habt dank für mein Leben und die Pflege, die ihr mir zugesteht… Ich wüsste nicht, ob ich in der gleichen Situation ebenso gehandelt hätte… Nochmals Danke… Ich schulde euch mein Leben oder was immer ihr wollt…’’
    Wie ein alter Mann lässt sich Harry langsam mit dem Rücken an der Wand wieder zu Boden gleiten.
    ’’Tut mir leid, wenn ich mich nicht im Stehen vorstellen kann… Meine Beine wollen noch nicht ganz so wie ich will…. Nun denn, von meinem Vater bekam ich den Namen Harry. Meine Familie ist eine von vielen in Ignis, die schon seid Ewigkeiten in Altaruck lebt. Vielleicht habt ihr mal von meinem Vater gehört, Nathanael Weedson, bis zu seinem Verschwinden einer der besten Jäger des roten Reiches. Ich für mein Teil hab mich gegen die Bogenschützen gestemmt und bin ohne den Segen meines Vaters dem Ritterorden bei getreten…’’
    Schweigend betrachtet Harry sie, sucht in seinen Erinnerungen, ob er das Gesicht nicht doch kennt. Gewisse Merkmale kommen ihm bekannt vor und trotzdem kann er die Bilder in seinem Gedächtnis nicht fassen. An die gigantische Schlacht im alsischen Reich dachte er nicht, an das Gemetzel, die Gräueltaten die er da gesehen hatte. Weder sein Volk noch die verhassten Syrten zeigten einen Funken von Gnade. Er erinnerte sich auch nicht an die Szene auf dem Dorfplatz, an das kleine Mädchen, welches sich weinend über der Leiche ihrer Mutter beugte, an den Syrten, der ihr seinen Speer in die Schulter trieb. Er war damals zu weit weg, sie hörte ihn nicht, warum er sie zu warnen versuchte, weiss er heute noch nicht. Was an diesem Tag erlebt und gesehen hatte, widerte ihn zu tiefst an. Er sah wie der dreckige Elf seinen Speer in die Schulter des Mädchens trieb und dabei höhnisch lachte. Die Kleine lag über ihrer Mutter, er konnte nicht sehen ob sie noch
    lebte oder Tod war. Harry erreichte den Syrten endlich, tritt ihn in den Rücken und rammte seine Waffen in den ungeschützten Hals. Weitere Feinde tauchten am anderen Ende des Platzes auf und der Ritter hatte keine Zeit sich um das Mädchen zu kümmern, er musste seine Leute wieder finden, bevor die Syrten überhand nahmen und ihn in dem Dorf einschlossen.

    Was ist Gerechtigkeit? Ein Traum für Kinder und Narren
    Der Krieger weiss, dass das Blut von Unschuldigen an jedem Schwert klebt.
    Der Dichter weiss, dass die Treue nur in seinen Liedern siegt.
    Der Gelehrte weiss, dass die Wahrheit der Lüge dient.
    Der Herrscher weiss, dass die Satten sich an den Hungrigen mästen.
    Ja, Gerechtigkeit ist ein Traum für Kinder und Narren.
    Doch sagt mir: Wo wären wir ohne diesen Traum?

  • Mit Adleraugen beobachtete Sansa ihn, wie er sich an der Wand hochrappelte, sich versuchte zu Verbeugen, sich danach wieder hinuntersanken lies und anfing sich vorzustellen. Aufmerksam und Interessiert lauschte sie seinen Worten. Ein Ritter aus Ignis, wie bereits vermutet. Er schien Edel zu sein, momentan zwar nicht gerade gepflegt aber dennoch ein hochrangiger Ritter. Ihr Blick schweifte über sein Gesicht
    Mit Bartstoppeln übersät und Müdigkeit unter denn Augen sieht er nicht für das Schlachtfeld gefährlich aus“
    Dachte sie bei sich und lies ihrem Blick weiter zu seinen grauen Haaren wandern…. graue Haare. Unwillkürlich verschwand ihr lächeln aus dem Gesicht und sie fragte sich, was dieser Ritter schon alles erlebt haben muss, so dass seine Haare schon ergraut sind. Ein Schaudern läuft ihr über den Rücken, doch schweifen ihre Gedanken wieder zurück an den Ort, wo sie ihn gefunden hat und erneut kommt sie nicht darum herum, seinen Willen und Verbissenheit zu bewundern.
    'Mut scheint er zu haben'
    Nachdem er fertig war sich vorzustellen, setzte auch Sie, rein der Höflichkeitsfloskel an und erzählte etwas über sich.

    Meine Name ist Sansa Schattenwolf, ich bin Ritterin, genauso wie es mein Vater einst war. Ich bin weder bedeutend noch ein Mensch der grossen Worte. Eine einfache Ritterin, die gern in die Schlacht zieht aber auch gern die Natur geniesst, wie man, so denke ich schwer an meinen Haus erkennen kann?“
    Sie lies ihren Blick in der Umgebung schweifen und erzählte weiter
    Ich bin im Reich geboren und aufgewachsen, habe hier gelernt und hart Trainiert. Früh habe ich meine Eltern verloren und bin seither allein und abgeschieden. Ich mag es einfach nicht wenn man zu neugierige ist und zu viele Fragen gestellt bekommt. Ich hoffe Ihr versteht das?“
    Ihr Blickt wanderte zu Harry , der bereits wieder mit geschlossenen Augen an der Wand lehnte. Etwas barsch trat Sie ihm ans Bein, worauf hin er sofort die Augen öffnete.
    Langweile ich euch so sehr oder seid ihr noch Müde von eurer Wunde?“
    Belustigt setzte Sie sich auf, ohne auf eine richtige Antwort von Ihm zu warten und ging in Ihr Haus. Vor lauter Aufregung draussen hatte sie ganz ihre Suppe vergessen.
    Glück gehabt, nicht übergekocht.“
    Dachte Sie sich als sie zwei Schüsseln vom Regal nahm und Sie anfing zu füllen.

    Was ist Gerechtigkeit? Ein Traum für Kinder und Narren
    Der Krieger weiss, dass das Blut von Unschuldigen an jedem Schwert klebt.
    Der Dichter weiss, dass die Treue nur in seinen Liedern siegt.
    Der Gelehrte weiss, dass die Wahrheit der Lüge dient.
    Der Herrscher weiss, dass die Satten sich an den Hungrigen mästen.
    Ja, Gerechtigkeit ist ein Traum für Kinder und Narren.
    Doch sagt mir: Wo wären wir ohne diesen Traum?

  • Mit beiden Schalen in der Hand trat Sie wieder hinaus zu Harry, gab ihm eine in die Hand und setzte sich neben ihn und fing an zu Essen.
    Erzählt mir, was ist passiert? Die Schlacht an der Reichsmauer?“
    Interessiert lauschte Harry den Erzählungen der alsischen Ritterin. Die Sonne wärmte sein Gesicht und ohne dass er es wollte, fielen ihm die Augen zu. Ein unsanfter Tritt riss ihn aus dem Halbschlaf zurück. Verwirrt blickte der Ritter um sich, die kurze Zeit des Schlummerns reichte aus, damit er einen Moment lang nicht wusste, wo er war. Die Hände in die Seite gestemmt und trotzdem mit einem belustigten Gesichtsausdruck stand Sansa über ihm, fragte noch etwas, doch bevor Harry antworten konnte, verschwand sie im Haus. Allmählich entspannten seine Muskeln wieder, die Jahre des Kampfes hatten gewisse Reaktionen seines Körpers automatisiert, innert Sekundenbruchteile Kampfbereit sein zum Beispiel. Selbst wenn der Leib geschwächt ist und sicherlich nicht fähig eine Waffe zu führen, macht er genau das, was er in heftigen Schlachten und Duelle, Training und Jagten gelernt hatte. Seine Gedanken wurden vom Knarren der Tür unterbrochen und Sansa trat mit zwei Schalen in der Hand wieder hinaus in die klare Luft. Sie drückte ihm Wortlos eine in die Hand und setzte sich wieder mit ein wenig Abstand neben Harry hin und lehnte sich zurück an die Wand. Einen Moment lang wandte sie ihr Gesicht mit geschlossenen Augen der Sonne zu und fing dann an zu Essen. Mit ihrem Löffel deutete sie dem Ritter an, ihr gleich zu tun und fragte, als sie den Biss runter geschluckt hatte
    „Erzählt mir, was ist passiert? Die Schlacht an der Reichsmauer?“
    Ohne aufzublicken, schaufelte Harry die Suppe in sich hinein. Lustlos waren die ersten Bissen noch, doch sein Magen sendete plötzlich Heisshunger aus und die Schale hätte noch grösser sein können, dachte er sich während er sie neben sich zu Boden gleiten liess. Einigermassen satt verschränkt er seine Arme hinter dem Kopf und schliesst die Augen. Er spürte die Blicke der zierlichen Ritterin auf sich, gespannt wohl auf seine Erzählung. Harry's Gedanken eilen von einem Punkt zu einem anderen. Im Kampf mit sich selbst, ein Teil von ihm weigerte sich, einer Alsin von der Niederlage seines Volkes zu erzählen, wo sie vermutlich sogar dabei war. Ein anderer Teil seines Ich empfand es als Schuld und wollte vor Dankbarkeit für die Hilfe etwas gut machen, auch wenn es nur eine Geschichte ist. Geplagt von Zweifel und Scham sass er reglos vor dem Haus, die Augen immer noch geschlossen. Nur wer sein Gesicht genau beobachtete, bemerkte das leichte Zucken um die Augen und Mundwinkel. Sansa liess ihm die Zeit und drängte ihn nicht dazu, insgeheim dankte er ihr dafür. Harry siegte über die Scham und die Zweifel, öffnete die Augen und sah einen Moment lang in ihr Gesicht.

    Was ist Gerechtigkeit? Ein Traum für Kinder und Narren
    Der Krieger weiss, dass das Blut von Unschuldigen an jedem Schwert klebt.
    Der Dichter weiss, dass die Treue nur in seinen Liedern siegt.
    Der Gelehrte weiss, dass die Wahrheit der Lüge dient.
    Der Herrscher weiss, dass die Satten sich an den Hungrigen mästen.
    Ja, Gerechtigkeit ist ein Traum für Kinder und Narren.
    Doch sagt mir: Wo wären wir ohne diesen Traum?

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